Hast du dich schon mal gefragt, warum die Menschen auf Weihnachtsmärkten immer mit einem halb glücklichen, halb dämlichen Grinsen auf dem Gesicht durch die Gegend trödeln und sich unverschämt teure Lose, gebrannte Mandeln und blinkende Weihnachtsmützen kaufen? Natürlich – wegen dem Glühwein. Wie sich herausstellt, ist es aber nicht nur der Glühwein, der die vorweihnachtliche Stimmung zu beflügeln vermag. Und auch nicht nur der Alkohol.

Der Spaßfaktor des weihnachtlichen Gesöffs und den dazugehörigen Nascherein wie Lebkuchen hat durchaus chemische Wurzeln. Hier kommt das Geheimnis:

Bei der Herstellung von Lebkuchen wird das sogenannte Ammoniumcarbonat hinzugefügt. Früher wurde dieser Bestandteil aus geraspelten Hirschgeweihen gewonnen, heute hilft die Chemieindustrie nach, damit keine Hirschgeweihe mehr im Topf landen müssen. Im Teig wird daraus dann Ammonium freigesetzt und – jetzt kommt’s – das reagiert mit den Bestandteilen aus Gewürzen wie Anis, Nelken, Zimt, Muskat und Kardamon zu… Amphetamin. Leeebkuuuucheeen für allleeeee!! 

Es geht noch weiter. Glühwein. Der knallt nicht nur, weil du dir immer ordentlich Amaretto reingießen lässt, sondern auch aufgrund seiner chemischen Historie. Früher wurde Glühwein aus missratenen Weinen hergestellt. Ausschussware, deren hoher Gehalt an biogenen Aminen schnell zu Kopfschmerzen führte. Das Interessante ist, dass diese biogenen Amine ebenfalls mit den Gewürzen im Glühwein reagieren. Drei mal darfst du trinken (und dann raten), zu was es reagiert. Amphetamin. Glaubst du nicht? Google es!

Der gar nicht so geheime Plan der Weihnachtsküche liegt darin, uns die langen kalten Tage schmackhafter zu machen und uns in weihnachtliche Stimmung zu versetzen. Im gewagten Selbstversuch haben wir nun eine ganze Packung Lebkuchen auf einmal gegessen und können nur sagen: wir merken noch nichts. Es funktioniert wohl nur bei hochwertigem Lebkuchen wirklich gut, aber da umso doller. Guten Hunger!

Falls dich das Thema interessiert und du auf den Geschmack gekommen bist, gibt’s hier ein interessantes Buch zum Thema – Opium fürs Volk: Natürliche Drogen in unserem Essen

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