Die Auferstehung der Magdalena


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Eine Legende kehrt zurück

Das Magdalena-Closing vor zwei Jahren war ein langer, schmerzvoller Prozess. Bereits kurze Zeit nach dem Bezug des Gebäudes musste man einer anderen Institution aus der Nähe das Feld überlassen: dem Yaam. Das wiederum musste den Bauprojekten von Investoren weichen (Stichwort Mediaspree). So schien die Zukunft der immer populärer werdenden Magdalena lange ungewiss. Man wusste, man würde gehen müssen, aber – wann genau? Wohin eigentlich? Würde es überhaupt eine Zukunft geben können?

Nach langem hin- und her wurde Ende 2014 ein neues Gebäude gefunden. Das ehemalige Verlagsgebäude des Neuen Deutschlands an der Elsenbrücke, genau gegenüber der Wilden Renate. Viele der Interessenten für das Grundstück waren zuvor beim Besitzer – der Behala – abgeblitzt, aber dank kräftigem Rückenwind konnte sich die Magdalena das imposante Gebäude sichern. Dann wurde es ruhig um den stolzen, neuen Pächter. Niemand wusste so recht, was dort drin eigentlich passiert. Umbauarbeiten, okay, aber wie sieht’s da drin aus? Wann wird es fertig? Nach unserer Besichtigung der neuen Location in der letzten Woche können wir schon mal so viel verraten: Es wird mächtig donnern. Und das bald.

Angesichts der Größe der neuen Location trifft die Beschreibung „heilige Hallen“ den Nagel so ziemlich auf den Kopf. Im Erdgeschoss zeigt sich der großzügige Mainfloor im gewohnten Industrial-Look mit elegant anmutender LED Beleuchtung, die von einem ambitionierten Berliner Unternehmen ausgetüftelt wurde. Stellt man sich hinter das DJ Pult, spürt man es noch deutlicher, als beim Betreten des Raums: in diesen vier Wänden ruht eine unglaubliche Energie. Wenn wir unseren Augen trauen dürfen, wird auch der Sound neue Maßstäbe in der Clublandschaft setzen. Solch brachiale Türme haben unsere Augen bisher in noch keinem Berliner Club gesehen. Während der 2. Floor konzeptuell etwas softer bespielt werden soll, steht der Mainfloor für kompromisslosen Techno.

Über eine schmale Treppe schleichen wir uns hoch in den 2. Stock. Neben zahlreichen Chillmöglichkeiten und kleinen Rückzugsräumen inkl. Couches schlummert hier ein weiterer. Floor. Nachdem sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, dämmert es uns. Der Floor ist groß, aber gemütlich. Und auch hier türmt eine Anlage, die in ihrer Höhe dem World Trade Center nicht unähnlich ist. Was, fragen wir uns fassungslos, soll in diesem Club passieren? Wir haben selten eine Location besichtigt, die so intensiv nach „Abriss“ schreit. Im 3. Stock wird ab dem Sommer Floor Nr. 3 unterkommen.

Die Besichtigung hat bei uns für große Augen und schwitzige Hände gesorgt. Der Umbau ist so weit fortgeschritten, dass man die Party schon förmlich vor seinen Augen sehen kann und nervöse Zuckungen im Tanzbein verspürt. Verständlicherweise durften wir keine Bilder machen, und müssen euch mit Archivbildern vertrösten, die einen deutlich früheren Baustand abbilden. Aber sie verschaffen einen kleinen ersten Eindruck von der Größe der Räumlichkeiten.

Es geht langsam in die heiße Phase. Der Eröffnungstermin steht. Wir dürfen ihn noch nicht verraten, aber so viel sei gesagt: es wird legend… wait for it…


Mark Eulert

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