Ohne rot zu werden, kann man Saytek wohl als wahren Meister der Live-Perfomance bezeichnen. Clubs verwandelt er hinter einem dicht aufgetürmten Maschinenpark in schweißtreibende Raumschiffe in Richtung Technouniversum. Nun hat der in England lebende Artist eine 4 Track starke live EP auf dem Label „Lauter Unfug“ herausgebracht. Mit dem tragenden Titel „Happy Endings“ verspricht das Release nicht nur eine druckvolle und organische Abfahrt, sondern eben auch einen warm berauschenden Abschuss, pardon, Abschluss. Wir haben uns mit Saytek über seine Liebe zu Synths, Techno und seiner Heimat unterhalten.

 

Welche Impulse geben dir deine Heimat und die Stadt, in der du gerade lebst?

Ich wohne in London und liebe das Großstadtleben. Es ist so real und hat so eine Art verdorbene Schönheit an sich. London ist sehr schnelllebig, viel Trubel und Hektik, aber auch sehr weltoffen mit seinem bunten Mix der verschiedensten Kulturen, was es zu einem sehr stimulierenden Ort macht. Manchmal tut es aber auch gut, in der Natur zu sein, was in London aber schwer möglich ist.

 

Rückblickend betrachtet: Wo hattest du deinen besten bzw. eindrucksvollsten Gig?

Das war mein erster Auftritt in einem großen Club. In meinem Kopf habe ich eine immense Nervosität und Angst aufgebaut, zumal ich in jeder neuen Location auch neue Musik spiele. Aber als ich dann sah, wieviel Spaß die Leute hatten und wie sehr ihnen meine Musik gefiel, war ich erleichtert und alle Angst und Nervosität fielen von mir ab und ich habe es einfach nur genossen. Dass ich das alles schon so lange mache, hat mir mittlerweile natürlich mehr Selbstvertrauen gegeben. Aber da mir jeder Gig sehr wichtig ist und eine gute Party auch immer viel Improvisation und Konzentration erfordert, bin ich trotzdem noch nervös vor jeder Show!

 

Wie ist deine aktuelle EP „Happy Endings“ auf Lauter Unfug entstanden und wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Die EP habe ich live in meinem Studio erschaffen, wobei ich mich verschiedener Soft-und Hardware bedient habe. Ich habe alles immer wieder neu arrangiert und das Resultat sind feingetunte analoge Synths und Effekte in Echtzeit. 

Ich traf Pierre von Lauter Unfug bei einem Gig im Tresor in Berlin, ihm gefiel meine live Show, was mich sehr geehrt hat. So kamen wir ins Gespräch und er lud mich ein, in seinem Club in Luxembourg zu spielen. Seitdem sind wir Freunde und arbeiten gemeinsam an meinen Bookings und meinem Management. Ich mag es, wie das Label arbeitet und die Musik, die sie rausbringen. Eine tolle Zusammenarbeit!

 

Wie bereitest du dein live Set vor?

Ich entwickle einzelne Ideen, Grooves und Beats, die ich mit meinem Equipment verwirkliche, z.B. Melodien auf dem Electron oder Beats auf dem Analog Rytm. Dann finde ich beim Jammen heraus, was am besten zueinander passt und setze das dann zusammen.

 

Wo siehst du dich in der Welt der elektronischen Musik in ein paar Jahren?

Da ich das alles schon sehr lange mache, hoffe ich natürlich, dass ich das, was ich liebe, noch viele Jahre fortsetzen kann. Ich wollte noch nie den neuesten Trends hinterher hecheln, sondern schätze viel mehr die progressive Entwicklung des Techno und House. Ich kann hoffentlich trotz des Älterwerdens weiter touren und Musik herausbringen. Es gibt viele DJs in ihren Vierzigern, Fünfzigern und sogar Sechzigern, die immer noch touren, daher bin ich guter Hoffnung für meine eigene Zukunft. Mit 38 habe ich noch einige Jahre vor mir!

 

Was machst du neben dem Touren und Produzieren?

In erster Linie bin ich Familienvater, ich habe zwei Jungs, zwei und vier Jahre alt. Die halten mich gut auf Trab. Außerdem lehre ich Musikproduktion an der Point Blank in London. Mir wird also nicht langweilig.

 

Was ist bei dir in der nächsten Zeit geplant?

Es sind Releases geplant auf Kevin Sandersons KMS Album, Jamie Jones & Lee Foss’ neuem Label Emerald City, Darren Emersons (Underworld) Detone, Monique Musique und meinem eigenen Label Cubism, außerem einige Tourdaten quer durch UK, Montreal, Belgien, Luxembourg und Berlin.

 

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