Monika Kruse im Interview

Über 20 Jahre Technogenuss

Die in Berlin geborene Monika Kruse ist in der Szene des Technos schon lange keine Unbekannte mehr.
Wir hatten die weltweit bekannte DJ, Produzentin und Labelinhaberin im Interview.

 

Hallo, Monika! Schön, dich hier zu haben. Wie bist du eigentlich zum Auflegen gekommen?

Ich war schon immer ein Musikjunkie. Seitdem ich mein erstes Taschengeld bekommen habe, habe ich dieses gleich in Schallplatten investiert. Als ich dann mit der Schule fertig war, war meine Plattensammlung schon sehr groß und mein damaliger Freund meinte zu mir, ich sollte doch als DJ arbeiten. Er überraschte mich damit dass er mir einen Gig in einer gerade eröffneten Bar besorgte und  somit mich quasi ins kalte Wasser schmiss . SO kam es dass ich dann das erste mal offiziell auflegte. Dem Besitzer gefiel es und so hatte ich meine erste Residency in der Babalu Bar. 

 

Hattest du schon immer ein Herz für Techno oder hast du auch noch andere Musik aufgelegt?

Damals habe ich  HipHop, Funk, Disco und Soul gespielt, dem Barbesitzer gefiel elektronische Musik nicht. Immer wenn er aber weg war, habe ich ein paar Houseplatten mitreingemischt.


Mit wem würdest du gerne mal ein B2B spielen oder einen Track produzieren?

Ich hätte Lust mit Joseph Capriati ein B2B zu spielen. Ich mag seinen Stil und er ist ein lieber Kerl! 

 

Wie entspannst du dich am liebsten?

Meditationen entspannen mich sehr, aber ich muss auch zugeben, dass mir manchmal zuviele Gedanken im Kopf rumschwirren. Ansonsten liebe ich Massagen.


Was ist dein geheimer Lieblingsort in Berlin?

Der ist und bleibt geheim! 😉


Worauf freust du dich am meisten dieses Jahr?

Ich freue mich auf vieles, ein am meisten gibt es nicht. Ich versuche mich an den Kleinigkeiten des Tages zu erfreuen.  Jeden Sonnenstrahl, duftende Blumen, ein Lächeln, meine Freunde, ein nettes Telefonat, eine wunderbare Begegnung. Jeder Tag kann etwas spannendes bieten. Wenn man sich auf die simplen Sachen konzentriert, dann geht man viel heiterer durch das Leben, als wenn man immer auf das große Ereignis wartet. Wir leben in einer Zeit, wo man sich viel zu selten über die vielen Schönheiten des Lebens bewusst wird.

 

Macht dir der Beruf nach 20 Jahren immer noch Spaß und wenn ja, was besonders?

Wenn ich den Beruf nicht lieben würde, würde ich ihn nicht mehr machen. Es kribbelt mir immer noch in den Fingern! Am meisten liebe ich, wenn wir alle am Abend diesen speziellen Vibe verspüren, Wenn die Musik uns alle auf eine Reise schickt, die uns unseren Alltag vergessen lässt. Ich liebe es zu spüren wenn sich die Leute völlig der Musik hingeben. Die Menschen, die ich auf meinen Reisen kennenlerne. Die neuen Kulturen die ich erfahren darf.

 

Wo gehst du gerne privat feiern?

Am liebsten mit Freunden irgendwo im Kleinen, im Privaten.  Alles was klein und intim ist macht Spass.

 

Wie beschreibst du deinen musikalischen Stil und wie hat er sich im Laufe der Zeit verändert?

Ich nenne es „sweat with a smile“. Schwitze mit einem Lächeln auf der Tanzfläche!  Mein Stil ist eher pumpend, nach vorne, funky und sexy.  Die Musik sollte immer einen warmen Groove oder eine Melodie haben.

 

Welche DJ’s schätzt du besonders, bzw. wer inspiriert dich?

Ich mag Koze, Joris Voorn, Shonky, Laurent Garnier, Carola. Es ist aber auch ein grossartiger Spass mit meinem Buddy Karotte B2B aufzulegen.

 

Wir finden die Idee hinter deinen Soli-Parties ganz großartig. Wie bist du dazu gekommen und was treibt dich an?

Ich veranstalte seit dem Jahr 2000 Parties gegen Fremdenfeindlichkeit. Als es die ersten Brandanschläge auf Asylbewerberheime gab, Ausländer und Asylsuchende ermordet und homosexuelle Freunde von mir auf der Straße zusammengeschlagen wurden, wollte ich ein Zeichen setzen. Deswegen gründete ich „No historical Backspin“ – DJs gegen Rassismus, Homophobie und Gewalt. Seitdem habe ich in Gesamtdeutschland Parties organisiert und wir konnten über die Jahre eine Summe von über 100.000€ an die Amadeu Antonio Stiftung spenden. Die letzte Party im Watergate lief allerdings unter dem Motto: Refugees Welcome! Wir haben an „Moabit hilft“, sowie an Orienthelfer Ev gespendet – die sich im Libanon um die Flüchtlingslager kümmern. Ich lebe zwar in einer Partywelt, aber mir (und anderen Kollegen) ist sehr bewusst, was ausserhalb des Nachtlebens passiert und ich versuche mich miteinzubringen und etwas gegen diesen Hass gegenüber Ausländern und Homosexuellen zu tun. 


Wann findet deine nächste Soli Party statt und wann spielst du das nächste mal in Berlin?

Bis jetzt ist nichts geplant. Es ist auch immer ein grosser organisatorischer Aufwand, da ich alles alleine organisiere. Auch muss man erstmal Clubs finden, die Lust haben alle Einnahmen zu spenden und ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen. Mein nächster Berlin Gig ist erst wieder im Sommer!


Danke für deine Zeit, Monika. Wir freuen uns jetzt schon auf den Sommer! 🙂


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