Interview mit Sidney Charles

Sidney Charles

Hey Sidney. Du bist leidenschaftlicher DJ und nun auch schon seit einigen Jahren in der Producer-Szene unterwegs. Was hat dich dazu gebracht selber Musik zu produzieren?
Als ich damals Hip Hop DJ war, hatte ich viele Freunde, die selbst Lyrics geschrieben haben, um sie dann später auf irgendwelche Beats zu Rappen. Irgendwann war ich auch Teil einer Crew und wie man sich vorstellen kann, gab es immer den Drang unlizensierte Beats zu bekommen. Da kam ich ins Spiel. Ich habe am Anfang viel ausprobiert mit Magix Music Maker, Fruity Loops oder Sony Acid. So ging das alles los und ich hatte mit der Zeit immer mehr Spaß daran an Beats zu schrauben.


Du kommst ja ursprünglich aus Hamburg – hast dann aber die Kurve gekriegt und bist in Deutschlands schönste Stadt gezogen 🙂 Was bedeutet Berlin für dich?
Berlin hat mich schon ziemlich stark geprägt. Wie man hier so schön sagt: Alles Gute kommt von unten! Und genau das liebe ich an Berlin… Es gibt hier einfach eine sehr ausgeprägte subkulturelle Bewegung, die meiner Meinung  nach Berlin zu einer sehr weltoffenen und multikulturellen Stadt macht. Dieser Vibe fasziniert mich einfach und er steht sehr eng in Verbindung mit der House/ Techno Szene der Stadt. Mein Sound hat sich nach 5 Jahren hier auch sehr verändert… er ist etwas darker und grippiger geworden und ich verbringe viel mehr Zeit im Studio. Im Großen und Ganzen lässt es sich hier auch sehr leicht leben, da die Stadt für eine Metropole auch noch relativ günstig ist und man zu dem viel Freiheit hat, sich um die Verwirklichung seiner Träume zu kümmern und nicht unbedingt der Geldmacherei hinterherläuft.


Wie viel ist in deinen Sets spontan, wie viel vorher geplant?
Eigentlich ist es immer spontan. Ich habe natürlich immer ein paar Tracks die fester Bestandteil meines Sets sind, aber ich spiele nie das gleiche Set. Das wäre ein sehr langweiliger Job…


Lebst du gerade deinen Traum?
Definitiv… ich hoffe ich wache niemals auf!


Was sind deine Träume für die Zukunft?
Ich möchte weiterhin die Menschen auf dieser Erde mit meiner Musik begeistern und es zur selben Zeit schaffen einen für mich identifizierbaren Sound zu kreieren. Ich bin zudem in Planungszeit für mein neues Label, das ich versuche noch dieses Jahr an den Start zu bringen. Dafür hab ich mir auch Großes vorgenommen.


Was würdest du tun, wenn du 10 Millionen Euro hättest?
Die Hälfte spenden… für den Rest würde ich mir Immobilien zulegen. Wahrscheinlich auch an schön abgelegenen Orten wie beispielsweise Tulum (Mexico) oder Patagonien (Argentinien).


Was ist dein Lieblingsort in Berlin?
Das Koffäin in der Skalitzerstrasse für den maximalen Kaffee – Genuss. Hard Wax für neues schwarzes Gold. Sisyphos, Berghain zum Durchdrehen. Pho Hoi zum essen!


Welche Nicht-Techno Künstler hörst du gerne?
Mr. moods, Miles Davis, Frederico Aubele, Talib Kweli, Big-L, DJ Premier To Name A Few


Du bist ja schon lange in der Szene unterwegs und hast vieles miterlebt. Wie hat sich die Berliner Szene in deinen Augen verändert?
Es ist definitiv touristischer geworden und die Spalte zwischen den Main – Clubs und der Parallel – Szene ist gewachsen. Nichts desto trotz hat die Szene ihren Charme nicht verloren. Ich finde zu dem, dass einige Leute in Berlin das Techno – Ding zu ernst nehmen… es wird zu viel kritisiert und schlecht geredet. Ich nenn das Techno – Rassismus. Am Ende des Tages ist es halt auch eine Kunstform und alles was man darüber sagt ist relativ und hängt vom Blinkpunkt ab. Take it easy!


Was macht dich glücklich?
Musik, meine Freunde und Familie, Frauen und die Liebe, gesundes Essen, Sport, gute Bücher.


Auf welche Releases von dir dürfen wir uns in der nahen Zukunft freuen?
Diesen Monat kommt meine EP auf 2020 Vision. Danach kommt noch 2 Avotre – Releases und eine weitere Truesoul ist auch im Gespräch.


Auf was freust du dich in 2016?
Auf den Sommer, Ibiza, Festivals, Südamerika – Touring!

Danke für deine Zeit!

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