Zwei Hamburger Jungs = PIEMONT

Piemont sorgen schon seit einigen Jahren durch ihren individuellen Sound auf den Labels Area Remote, Exploited, Kraftek, Terminal M und Toolroom für Aufsehen. Ihre Leidenschaft fürs DJing hat sie mittlerweile in die ganze Republik wie im Watergate in Berlin und längst darüber hinaus bis nach Russland, Niederlande und Japan getragen. Am besten lässt sich der Stil von Piemont wohl als organischer Techno beschreiben, der auch mal ins Tech-housige pendelt. In ein genaues Genre lassen sich Piemont aber auch gar nicht stecken und wollen es wohl auch gar nicht. Bei den Produktionen geht es vielmehr um Geschichten, die die zwei zu erzählen haben, eingefangen in Groove und Beat. Vor allem live entwickeln Piemont eine mitreißende Dynamik, die einen vom Boden hebt und davon trägt. Gerade präsentieren Piemont bei Monaberry den neuen Podberry – ein weiterer Grund sich mal näher mit den Jungs zu unterhalten.

 

Wenn ihr mal zurückdenkt, wann habt ihr elektronische Musik für euch entdeckt und was hat euch dann zum DJing & auch Producing gebracht?

Die Entscheidung gemeinsam Musik zu machen trafen wir relativ früh. Da wir zuallererst in unterschiedlichen Bands aktiv waren, findet man unseren musikalischen Ursprung zunächst im rock-orientierten Genres. Den ersten Kontakt zu elektronischen Musik bekamen wir dann gegen Ende der Neunziger, als die erste Frenchhouse-Welle allmählich zu uns schwappte und uns auf Anhieb erfasste. Euphorisch, aber ohne nennenswertes Know-How, beschafften wir uns spontan diverses Studio Equipment und fingen an, wahllos an unseren ersten Tracks zu schrauben. Erst nach einer langen musikalischen Orientierungsphase folgten dann die ersten Veröffentlichungen mit anschließenden Bookinganfragen. Da unsere DJ-Erfahrungen, abgesehen von ein paar rudimentären Sessions im WG-Wohnzimmer, eher überschaubar waren, mussten wir bei unseren ersten Gigs zunächst nichts ahnend ins kalte Wasser springen. Dabei entstanden sowohl heitere als auch nervenzerreißende Momente. 😉


Wisst ihr noch wann ihr das erste Mal aus Hamburg raus gekommen seid, und in Berlin aufgelegt habt?

Das müsste 2009 gewesen sein. Damals hatten wir unsere erste EP auf dem Label Traumschallplatten veröffentlicht, das uns etwas später zur Labelnight ins Berghain einlud.

Gibt es einen Ort in Berlin den ihr immer gerne besucht – sei es Bar, Park oder Restaurant?

Berlin ist mittlerweile die Stadt, in der wir am häufigsten unterwegs waren und so etwas wie ein „zweites Zuhause“ geworden. Trotzdem lernen wir bei jedem Besuch neue Orte kennen und sind immer aufs neue begeistert. Daher lassen wir uns jedes Mal aufs Neue überraschen.

Ihr habt in den letzten Monaten auf unterschiedlichen Labels wie Toolroom, Glasgow Underground oder auch Terminal M veröffentlicht. Wohin zieht es euch als nächstes?

Aktuell steht unsere erste Veröffentlichung auf Monaberry an. Zum Ende des Jahres haben wir dann ein Release auf Keno Records aus Berlin geplant.

Ihr macht auch immer wieder Remixproduktionen für andere Artists. Wie geht ihr im Studio dann an die Arbeit? Seid ihr immer zu zweit?


Jeder von uns hat ein kleines Homestudio, wo wir in der Regel unabhängig voneinander an sowohl Remixen als auch Ideen für eigene Tracks arbeiten. Sobald etwas Brauchbares entstanden ist, fügen wir die jeweiligen Elemente im Hauptstudio zusammen. wo wir dann anschließend das Grundgerüst ausarbeiten und uns um das Arrangement kümmern. Hin und wieder entstehen auch Produktionen komplett unabhängig voneinander. Da wir mittlerweile, vor allem musikalisch gesehen, nahezu identisch ticken, können danach die Meisten nicht erkennen, aus wessen Feder der jeweilige Track dann stammt. Frederic kümmert sich weiterhin um Mixdown- und Mastering-Sachen.

Im Laufe der Zeit habt ihr ein ordentliches Spektrum an Podcasts abgeliefert – wie entstehen diese bei euch? Sucht jeder Tracks zusammen und dann geht das recorden einfach los?

Bevor wir einen Podcast recorden, sucht jeder für sich seine aktuellen Favoriten aus. Inklusive Promos haben wir dann in der Regel 30 Tracks zur Auswahl. Danach gehen wir die Auswahl noch mal gemeinsam durch und entscheiden uns anschließend für die endgültige Auswahl und Reihenfolge.

Womit arbeitet ihr an Equipment wenn ihr unterwegs seid?

Wir sind seit einigen Jahren mit einer Mischung aus DJ- und Live-Setup unterwegs und arbeiten mit einem Laptop (+Ableton Live) und zwei Controllern. Wie es aussieht, werden wir ab dem Spätherbst auf CDj‘s umsteigen und nur noch als DJ-Act spielen.

Die letzten Monate des Jahres stehen an – was macht ihr in den Herbst und Wintermonaten?

Nach kurzer Sommerpause, werden wir uns für die nächsten Monate ins Studio verkriechen. Vorher werden wir aber noch die letzten warmen Tage auskosten und den gefühlten Spätsommer genießen!


 

 

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