Das „Credo“ der Ravekultur?

Gibt es noch sowas wie ein geteiltes Motto, kollektive Werte innerhalb einer Subkultur? Die Art und Weise, wie Menschen sich mit ihrer Musik und ihren Leidenschaften identifizieren ist vielseitig. Es stellt sich die Frage, ob gerade heutzutage in einer bunten, multikulturellen und vergleichsweise offenen Gesellschaft eine einheitliche Anschauung, ein Feel innerhalb einer größeren Gemeinschaft besteht. Jeder entwickelt eigene Gefühle und Erfahrungen, die sich unmittelbar auf die Wahrnehmung der Umwelt auswirken, und einen autarken Charakter dessen, woran wir alltäglich so teilnehmen formen. Was bedeutet raven, feiern, zu Techno tanzen für mich persönlich und was bedeutet es für den Typ neben mir auf der Tanzfläche? Für den DJ?

Zurück in die Zukunst

Frieden, Liebe, Einheit und Respekt. Die Zusammensetzung und der Gebrauch dieser vier Säulen der elektronischen Musikkultur reicht schon recht weit in der Geschichte des Ravens zurück. Bis Mitte der 80er, Anfang der 90er Jahre, zu Zeiten von Chicago House dem Urvater aller elektronisch produzierten Musik. Entstammen tut das Ganze der ehemaligen Hippie Bewegung der wilden Siebziger. Ende der Achtziger: Ein zweiter Summer of Love, nur mit anderer Musik. Rise of Acid House und Ecstasy. Eine anfängliche Subkultur aus den USA und UK auf dem Weg zum Manifest der Mainstream Clubkultur.

Nicht nur gewisse Werte wurden mit PLUR repräsentiert, sondern auch ein entsprechendes Verhalten auf Partys und in Clubs. Eine Art Motto, das die Menschen auf den Warehouse Partys, illegalen Techno Veranstaltungen in ehemaligen Lagerhäusern, zusammengebracht hat. Bunte Accessoires und Klamotten, auf denen oftmals das Smileyface leuchtete, Symbol der Acid House Bewegung, als unverkennbares Zeichen der Zugehörigkeit und der Akzeptanz.

A smiling raver, with her hands in the air, Shoom, London, UK 1988

Peace – to be in the same place as another, to exist similtaniously without conflict or adverse effects/reactions.

Love – to unconditionally feel great affection for a fellow being, and offer friendship regaurdless of race, sex, or creed.

Unity – to come together and defend common interests and give a sense of well being among those who feel unaccepted, to allow any and all to be a part of you and your friends.

Respect – to allow yourself to be who you are without expectations, allow others to do the same while helping each other, giving those around you the pride, courage, and honor you would yourself.

Hat es sich ausgePLUR’d?

Den bunten Acid House Shirts und PLUR Armbändern ist der Großteil feierwütiger Techno-Enthusiasten und Raver mittlerweile entwachsen. Elektronische Musik erfreut sich breiter Bekannt- und auch Beliebtheit. Ob PLUR noch irgendwo in den Hinterköpfen verankert ist, ist schwer zu sagen. Klar, innerhalb der weiten Welt der elektronischen Musik gibt es weiterhin Abspaltungen und bestimmte Moden. Aber möglicherweise ist darin nicht mehr so ein geteilter Mindset wie zum High von PLUR versteckt. Abgesehen von der Musik und dem geteilten Floor, was verbindet heute die Massen von Anhängern unseres geliebten Genres?

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